Wie funktioniert Elektrostimulation?

Sinnesübertragung über elektrische Nervenimpulse

Der Hintergrund von Elektrostimulation, kurz ESTIM, ist vereinfacht folgendermaßen zu erklären:
Jeglicher Sinnesreiz unseres Körpers basiert auf die Stimulation von Nerven. Unsere Sinneszellen reagieren z.B. auf Druck, Temperaturen, Geräusche, Gerüche, Geschmack und optische Reize.

Diese Reize werden über elektrische Mikro-Impulse an unser Nervensystem übertragen. Kommt eine Information über das Rückenmark im Hirn an, reagiert dieses mit einem entsprechenden Befehl, welcher wiederum via Mikroströme an die entsprechenden Muskeln geleitet wird.

Beispiel „Schmerz“:

Tritt man barfuß auf einen spitzen Stein, merken das die Druck-Sinneszellen und melden dies dem Großhirn. Das Gehirn schickt dann einen Impuls an die Beinmuskulatur, sodass man mit dem Fuß wegzuckt und den Druck entlastet.

Beispiel „Orgasmus“:

Ein Mann hat Sex mit einer Frau. Die Sinneszellen der Eichel melden die Druckreize an das Gehirn. Dieses sendet Befehle an diverse Drüsen, lässt die Prostata zur Ejakulation vorbereiten und belohnt den Mann mit einem guten Gefühl. (Wir sollen ja gerne Sex haben, um uns fortzupflanzen).

Irgendwann lässt das Hirn das Sperma durch kräftige Muskelzuckungen (Kontraktionen) von Prostata und Harnröhre herauskatapultieren.

Und genau an diesem Ablauf setzt die Elektrostimulation an.
Mit speziellen Stromimpulsen können die Nervenzellen der Rezeptoren (die Melder) und auch der Aktoren (die Befehlsempfänger) gereizt werden.

Reizstrom PhysiotherapieEin Beispiel aus der Physiotherapie:

· Ein Patient klagt aufgrund einseitiger Fehlhaltung über Rückenschmerzen und wird deshalb mit Reizstrom behandelt. Ihm werden mehrere Elektroden auf den Rücken geklebt.

· Die elektrischen Impulse des Reizstroms stimulieren die Nervenzellen in der schmerzhaften Rückenregion.  Es kommt zu einer Ausschüttung körpereigener biochemische Botenstoffe (Dopamin, Endorphine, Noradrenalin und Serotonin). Die Durchblutung der Muskulatur wird verbessert und ggf. werden Schlackenstoffe abtransportiert.  Nach wenigen Behandlungen ist der Patient wieder schmerzfrei und entspannt.

Praktisch läuft die Elektrostimulation am Penis z.B. folgendermaßen ab:

· Ein Mann trägt eine Eichelelektrode und eine zweite Elektrode an der Peniswurzel. Ein TENS-Reizstromgerät sendet Stromimpulse ab.

· Die Nervenzellen nehmen ein pulsierendes Pochen, ansteigendes und absteigendes Kribbeln wahr.

· Die Schwellkörper füllen sich mit Blut und sorgen für das Aufrichten des Penis.

· Kleine Penis-Hilfsmuskeln ziehen sich aufgrund der Nervenreizung rhythmisch zusammen und entspannen sich (Der Penis federt auf und ab).

· Nach einigen Minuten wird ein Orgasmus ausgelöst, ohne dass die Eichel mit den Händen oder einer reibenden Vorhaut stimuliert wird. Das Sperma wird ausgestoßen.

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